Gemeinschaft & Geselligkeit

Dorfzusammenhalt dank Vereinen

Das gesellige Zusammensein ist in Büron verwurzelt. Nach Musikproben, Vereins- oder Sportanlässen traf man sich früher in den Dorfbeizen - im «Löwen» (damals an der Luzernerstrasse), in der «Braui» (nicht mehr als Gasthaus genutzt) oder in der «Sonne» (an der Stelle des heutigen Sagiparks). Zwar ist diese Dorfbeizenkultur gewichen, doch stellt das Vereinsleben auch heute noch die wichtigste Form der organisierten Freizeitnutzung dar.

Im 21. Jahrhundert wird überall die Freizeit vermehrt individuell genutzt. Dennoch ist die Fülle und Vielfalt von Vereinen gross. Für den Raum Büron-Schlierbach-Surental werden rund dreissig Vereine aufgelistet. Besonders aktiv sind die «Frauen Plus», die ein vielfältiges Programm anbieten – von der Babysittervermittlung und einem Pföderi-Träff über die Ludothek bis hin zu Gesundheits- und Seniorenturnen sowie Aktivitäten für das kreative Alter.

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Abb.1: Aufnahmen vom 2018: Links die im Herbst 2002 gegründete Jubla Büron- Schlierbach. Rechts die Jüngsten des 1970 gegründeten Ski-Clubs Büron.


Das Vereinsleben hat in Büron wie in der ganzen Schweiz eine lange Tradition. Das 19. Jahrhundert gilt als «Jahrhundert der Vereine». In Schützen-, Gesangs- und Musikvereinen, in Stundenten- verbindungen oder Armen- und Missionsvereinen wurden Geselligkeit und Identität gepflegt.

 

In zahlreichen Luzerner Gemeinden gab es identitätsstiftende Vereine doppelt: Je nach Parteisympathie war man in einem liberalen oder konservativen Verein. In Büron aber, so erzählen es Alteingesessene, war es nicht so. Das Dorf sei zu klein gewesen, als dass etwa genügend Mitglieder für zwei Turnvereine gehabt hätte. Auch wenn man politisch konträrer Meinung gewesen sei, habe man die Freizeit gemeinsam verbracht. Das habe wesentlich zum Dorfzusammenhalt beigetragen.

Abb.3: 1982 sind die Mitglieder des Schützenvereins stolz auf ihre einheitlichen Schiessjacken.
Abb.3: 1982 sind die Mitglieder des Schützenvereins stolz auf ihre einheitlichen Schiessjacken.


Turnen und Sport

Einer der Traditionsvereine in Büron ist der Turnverein. Wie es dem damaligen Zeitgeist entsprach, gründeten elf Männer 1913 den Turnverein Büron. Bereits 1914 trat er an der Bundesfeier mit Barrenübungen, Pyramiden und Stabwinden auf. 1931 wurde eine Männerriege geschaffen. 

 

Zu diesem Zeitpunkt versuchten auch Frauen, einen Turnverein zu gründen. Dafür soll aber laut einem Jahresbericht die «Zeit noch nicht reif gewesen sein». 

 

Ein Vierteljahrhundert später, ab 1954, gab es eine Damenriege. 1998 schloss sie sich mit dem Turnverein zum STV Büron zusammen.

In Büron wird auch anderer Vereinssport betrieben: im Rad- und Motorradverein, im Ski-Club, auf dem Vita-Parcours oder getrennt in der Frauen-Gruppe beziehungsweise im Männersport 40+.

Abb.5: Die strammen Büroner am Eidgenössischen Turnfest in Bern, 1947.
Abb.5: Die strammen Büroner am Eidgenössischen Turnfest in Bern, 1947.
Abb.4: 1982 präsentierte sich die Damenriege am Kantonalen Turnfest in Ruswil.
Abb.4: 1982 präsentierte sich die Damenriege am Kantonalen Turnfest in Ruswil.
Abb.6: In der Mitte die Vereinsfahne des Velo-Clubs Büron, um 1930.
Abb.6: In der Mitte die Vereinsfahne des Velo-Clubs Büron, um 1930.


Singen, Musik, Schiessen und Kultur

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts trafen sich Männer, seit dem 20. Jahrhundert auch Frauen, mindestens einmal pro Woche in Vereinen, um gemeinsam Musik zu machen oder um gezielt Fertigkeiten oder Fähigkeiten zu üben, um diese an Aufführungen, Wettkämpfen oder Festen zu demonstrieren.

Abb.7: Die komplette Feldmusik vor dem Burgschulhaus.
Abb.7: Die komplette Feldmusik vor dem Burgschulhaus.
Abb.8: Theater Büron, 1920.
Abb.8: Theater Büron, 1920.


Nachweise

 

Bildnachweise

Abb.1: Jubla Büron/Schlierbach, 2018.

Abb.2: Ski-Club Büron, Fotograf Urs Wyss, 2018.

Abb.3: Feldschützenverein, um 1982.

Abb.4: STV Büron, 1982.

Abb.5: Archiv Gemeinde Büron, 1947.

Abb.6: Archiv Gemeinde Büron, vermutlich 1930er-Jahre.

Abb.7: Archiv Gemeinde Büron.

Abb.8: Archiv Gemeinde Büron, Theater Büron, 1920.